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WMS-Praxisreport:

Aus Alt wird Neu: Generalüberholte Maschine lässt keine Wünsche offen

Aus Alt wird Neu: Innenraum der generalüberholten Maschine

Mit ihrem Komplettpaket für Überho­lung und Modernisierung aus einer Hand hat sich die Werkzeugmaschi­nenbau Sinsheim GmbH in verschie­densten Industriebranchen einen her­vorragenden Ruf als Servicespezialist erarbeitet. Ein gutes Beispiel für die umfassenden Leistungen ist eine im Juli gelieferte Mittenantriebsdrehma­schine, die in Sinsheim generalüber­holt und mit zahlreichen neuen Fea­tures ausgestattet wurde. Im Vergleich zu einer ähnlich leistungsfähigen Neu­maschine sparte der Kunde in diesem Fall rund 30 Prozent der Kosten.

Ein bekanntes Unternehmen aus dem Druckmaschinenbau hatte die Mittenantriebsdrehmaschine CM 704 von WMS im Jahr 2003 gekauft. Seither tat sie klaglos ihren Dienst und fertigte Walzen für die Druckindustrie. Doch im Laufe der Jah­re änderten sich die Anforderungen des Marktes. Das Teilespektrum erweiterte sich in Richtung größerer – vor allem längerer – Teile. Zudem standen ein höherer Automa­tisierungsgrad und schnellere Bearbeitung auf der Wunschliste.

Damit stellte sich die Frage: Eine neue Ma­schine kaufen oder die vorhandene über­holen und modernisieren lassen? Neben dem Preisvorteil von zirka 400.000 Euro bei der Retrofit-Variante überzeugte den Kun­den auch die umfassende Beratungs- und Engineering-Leistung der WMS-Experten. Ausgehend von den Anforderungen des Kunden in Sachen Automatisierung und erweitertes Werkstückspektrum entwar­fen die Maschinenbau- und Elektrokonst­rukteure sowie die Softwareentwickler von WMS ein Komplettpaket: Von der Überho­lung und der Erweiterung der Maschine um zusätzliche Elemente über die nötigen Werkzeuge und die Bearbeitungsstrategie bis zur Software für die Herstellung der geplanten Produkte erhielt der Kunde alles aus einem Guss – und aus einer Hand.  

Zusätzliche Features steigern Automatisierungsgrad und Bearbeitungstempo

Im konkreten Fall wurde die Maschine zu­nächst komplett zerlegt, um festzustellen, welche Teile erneuert oder aufgearbeitet werden mussten. Beim Wiederaufbau wurden schließlich die maßgeschneidert konstruierten neuen Features integriert. Um den Automatisierungsgrad zu stei­gern, erhielt die Maschine einen Portal­roboter für die automatische Beladung. Ergänzt wurde zudem ein Werkstückma­gazin, das zehn Werkstücke mit Längen zwischen 800 und 3.000 mm sowie mit bis zu 200 mm Durchmesser und 250 kg Gewicht aufnehmen kann. Dank dieses Vorrats kann die Maschine nun zwei bis drei Stunden vollautomatisch arbeiten.

Die optimale Bearbeitung sehr langer Tei­le wird nun durch zwei neu eingebaute, selbstzentrierende Lünettenschlitten er­möglicht. Aus der reinen Drehmaschine wurde im Rahmen der Modernisierung zudem eine Dreh-Fräsmaschine. Dafür wurden eine zusätzliche Y-Achse und an­getriebene Werkzeuge integriert. So kön­nen zusätzlich zum Drehen auch Fräs- und Bohrbearbeitungen in einer Aufspannung durchgeführt werden.

Auch hinsichtlich Kühlung und Schmie­rung bei der Bearbeitung gab es große Verbesserungen. Zum einen wurde eine Hochdruckkühlschmierstoffeinrichtung in­tegriert. Zum anderen wurde die Maschine erstmalig mit einer Aufbereitungsanlage für die Kühlschmierstoffe ausgestattet. Dank dieser Filteranlage kann nun ein großer Teil der Kühlschmierstoffe in einem Kreislaufsystem wiederverwendet werden, was die Kosten für neue KSS und die Ent­sorgung verbrauchter merklich reduziert.  

Neueste Steuerungstechnik

Um all die neuen mechanischen Möglich­keiten optimal nutzen zu können, wurde die Maschine mit einer neuen Steuerung ausgestattet. Mit der Siemens 840d So­lution Line lässt sich die von acht auf 16 verdoppelte Anzahl der Achsen und Spin­deln problemlos steuern und dank Netz­werkanbindung sowohl lokal als auch aus der Ferne warten. Der Ethernet-Anschluss ermöglicht zudem die Einbindung der Ma­schine in eine verkettete Fertigungslinie. Mit der neuen Steuerung hielt auch das Siemens-Konzept Safety Integrated Einzug in die Maschine, das die Sicherheitstechnik in die Standardautomatisierung integriert.

Die Auslieferung und Inbetriebnahme ist im Juli erfolgt. Zusammen mit der Maschi­ne erhielt der Kunde auch eine umfang­reiche Dokumentation der insgesamt neun Monate dauernden Überholungs- und Modernisierungsarbeiten.

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